Archiv Seite 2

Beerdigungskulturen

I´ve been to a funeral, but there was no fun at all

vs.

Je suis Khaled Idris Bahray!

Der 20jähriger Khaled Idris Bahray wird in Dresden tot aufgefunden. In einer ersten Pressemeldung schließt die Polizei Fremdverschulden aus, muss aber gegen Mittag einräumen, dass die tödliche Verletzung durch einen Messerstich erzielt wurde. So unnütz es ist jetzt über den oder die Täter zu spekulieren, hinterlässt die Tat und der polizeiliche Umgang damit Wut und Fassungslosigkeit zurück. Selbst wenn die Beamten den tödlichen Messerstich anfänglich nicht erkannten, bleibt die Frage, warum ein Fremdverschulden so früh explizit ausgeschlossen wurde. Erst der öffentliche Druck brachte ans Licht, was wohl offensichtlich anfänglich im Dunklen bleiben sollte. Konnte man in Dresden gerade keinen Bericht über einen toten Asylsuchenden gebrauchen?

Auch wenn der oder die Täter kein Sturmgewehr nutzten und nur Khaled Idris Bahray ihm oder ihnen zum Opfer fiel. Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle. Wird es jetzt auch einen republikanischen Marsch durch Dresden geben, der die feige Tat verurteilt und mit Staatsoberhäuptern der ganzen Welt, die in Seitengassen erklären, dass man in Zukunft bemüht sein wird so etwas zu verhindern oder dass das Asylrecht ein Grundpfeiler der westlichen Demokratie ist, der um jeden Preis verteidigt werden muss? Wohl eher nicht, denn es hat nun mal keine weißen Satiriker, sondern nur einen Menschen, der Schutz und womöglich auch einfach nur ein besseres Leben gesucht hat, sein Leben gekostet in einer Stadt wie Dresden leben zu müssen.

Je suis Charlie, aber…

Je suis Charlie, aber auch Oury Jalloh und all die anderen „namenlosen“, die jeden Tag einen vermeidbaren Tod sterben!

Gegen den menschengemachten Tod, immer und überall!

Unsere Leben sind kurz genug, da braucht es keine Arschlöcher, die es auf die ein oder andere Weise vorzeitig beenden!

Kunst und Krempel

Denn das Wirken des Künstlers, des Beamten, des Predigers, des Lehrers, des Forschers mißt sich, seinem sachlichem Inhalt nach, zwar an einem objektiven Ideale und schafft nach der an diesem festgestellten Höhe die subjektive Befriedigung des Leistenden. Neben dem aber steht der wirtschaftliche Erfolg jener Tätigkeit, der bekanntlich nicht immer eine stetige Funktion des Sachlichen oder idealen ist. Und jener kann sich, nicht nur bei den niedrigsten Naturen, so in den Vordergrund drängen, daß er den anderen zu einem Mittel degradiert; sondern selbst für feinere und der Sache lebende Menschen kann in dem Gelingen der Leistung nach der ökonomischen Seite hin ein Trost, Ersatz, Rettung für die gefühlte Unzulänglichkeit nach der Seite des Haupterfolges hin liegen; […].

Social Media

Freiheit im sozialen Sinne ist, ebenso wie Unfreiheit, ein Verhältnis zwischen Menschen.

Joe Cocker auch tot

Udo Jürgens ist tot

Angst vor Nichts?

Warum, sagt er, warum sollte man das Leben nicht ertragen, da doch ein Nichts schon genügt, es einem zu nehmen? Ein Nichts bringt es, ein Nichts beschwingt es, ein Nichts bezwingt es, ein Nichts vollbringt es. Wenn das nicht wäre, wer könnte da die Schicksalsschläge ertragen und die Demütigungen einer glanzvollen Karriere, die Betrügereien der Lebensmittelhändler, die Preise der Fleischer, das Wasser der Milchhändler, die Aufregung der Eltern, die Wut der Lehrer, das Gebrüll der Feldwebel, die Schändlichkeit der Besitzenden, die Wehklagen der Vernichteten, das Schweigen der unendlichen Räume, den Geruch des Blumenkohls oder die Passivität der Holzpferdchen, wenn man eben nicht wüßte, daß der schlechte und höchst fruchtbare Lebenswandel einiger winziger Zellen […] oder die Bahn einer Kugel, die ihr vorgeschrieben wird von einem unfreiwillig verantwortungslosen Anonymus, alle diese Sorgen unversehens im Blau des Himmels verdampfen läßt.

Austauschbar

Jede Wechselwirkung aber ist als ein Tausch zu betrachten: jede Unterhaltung, jede Liebe (auch wo sie mit andersartigen Gefühlen erwidert wird), jedes Spiel, jedes Sichanblicken.“

Begehren und Wert

[…] der Inhalt wird Gegenstand, sobald er uns entgegensteht, und zwar nicht nur in seiner empfundenen Undurchdringlichkeit, sondern in der Distanz des Nochnichtgenießens, deren subjektive Seite das Begehren ist. […] Das so zustande gekommene Objekt, charakterisiert durch den Abstand vom Subjekt, den dessen Begehrung ebenso feststellt wie zu überwinden sucht – heißt uns ein Wert. Der Augenblick des Genusses selbst, in dem Subjekt und Objekt ihre Gegensätze verlöschen, konsumiert gleichsam den Wert; er entsteht erst wieder in der Trennung vom Subjekt, als Gegenüber, als Objekt.



kostenloser Counter
Poker Blog