Sprachkritik

Nietzsche und die Frage wie aus dem Ei das BioEi werden könnte

Dieser kurze Text beschäftigt sich mit der Frage, was Nietzsche jenseits von Gut und Böse gewollt haben könnte. Eine Frage, die sich, mit Rückgriff auf weniges und noch weniger, auf eine komische Art und Weise beantworten lässt. Ausgangspunkt meinerseits ist die Beschäftigung mit der Genealogie der Moral, im wesentlichen eine Geschichte von Bäumen, Gesichtern und anderen Deformierungen der Menschheitsgeschichte. Mitnichten will ich davon abraten das Buch zu lesen, sondern im Gegenteil dazu auffordern es zu lesen, aber dabei ganz im Sinne Nietzsches die Heiterkeit nicht zu vergessen. Ich werde im Folgenden ein vielleicht abwegiges Bild zeichnen, dessen Wirksamkeit nicht einmal behauptet werden kann, sondern sich wenn nur darin zeigt, dass es überzeugt oder wenigstens belustigt.

Ausgangspunkt unseres kleinen Textes ist die Entdeckung des Ei im Leib. Dieser Leib, der nebenbei durch die Übersiedlung der Wassertiere und der Unterdrückung ihrer Begehren an Land, eine Seele, mit See und Tiefe, bekam, stellt für Nietzsche eine zentralen Bezugspunkt für die alte und neue Umwertung der Werte dar. Was mich aber an der ganzen Problematik mehr interessiert, ist wie es sich mit dem Ei verhält und ob sich vielleicht daran zeigen lässt, was uns nach der erneuten Umwertung der Unwerte blühen könnte, welche Frucht ein so gewachsener Baum tragen könnte. Dies ist wesentlich mit der Frage verhaftet, wie aus dem Ei ein Bio-Ei werden konnte.

Begreifen wir die Leiblichkeit der „blonden Bestie“ nämlich als ein solches Natur-Ei, dann erscheint uns die Erkrankung durch das Christentum im wesentlich durch die Denaturalisierung des Ei, im Zuge einer, auch ökonomischen, Rationalisiserung, als die Verlagerung der Entstehung des Ei vom Boden hin zur Legebatterie, als welche Nietzsche scheinbar seine eigene Zeit begreift. Das vornehme Ei ist aus dem Leib verschwunden, statt dessen gibt es nur noch das Legebatterie-Ei im Brot, dass dann auch noch als Leib Jesu Christi an alle möglichen Menschen verteilt wird und diese offensichtlich krank macht. Diese Krankheit nun schon seit mehr als zweitausend Jahren, und an dieser Stelle sei zugegeben, dass es die Legebatterie, wie wir sie kennen, wohl solange doch noch nicht gibt, durch ungesunde Eier im Brot verbreitet, muss doch irgendwann wieder geheilt werden. Das hofft zumindest Nietzsche und ein bisschen mag man mit ihm hoffen, insofern man die unmenschliche Menschlichkeit dieser Haltung anerkennt, eben weil man selbst so ein verseeltes Ei ist.

Wie aber sollen wir uns diese Heilung vorstellen und bedeutet diese Heilung wirklich ein „zurück zur Natur“ wie manch einer meinen mag. Ich denke, dass wir uns an dieser Stelle eben klar machen müssen, dass die Rückführung der Ei-Produktion auf den Boden zurück eben das Ei verändert. Das Ei der Freinlandhaltung ist dann zwar wieder auf dem Boden der Leiblichkeit angekommen, ist nun aber nicht einfach wieder Ei, sondern Bio-Ei und das ist vernünftig. Auch der Leib des, wie auch immer gedachten, Übermenschen, Antichristen und Antinihilisten ist gesund und bio. Dieser Bioleib verdankt sich aber eben nicht einer physiologischen Deformierung seines Leibes, sondern einer veränderten Haltung zu eben diesem Leib aufgrund der Beseelung und der Anerkennung einer Sozietät von Hühnern, die sich im Freiland eben endlich wieder begegnen können. Insofern steht also jenseits der Legebatterie eine Gesellschaft von Freilandhühnern mit vernünftigem Bioleibern und -Ei. Eine Sozietät aktiver Anerkennung der Bedingung der Möglichkeit ihrer Befreiung, im besten Fall, und für Nietzsche der scheinbar einzige, Selbstbefreiung!

Nie wieder Legebatterie,
für das vernünftige Ei
und was daraus erwächst.

Die Kunst kann zeigen, wovon sich nicht sprechen lässt…

„7. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.“
(Ludwig Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus)

Vom Sinn und Unsinn der Frage nach dem Sinn des Lebens

Nach dem Sinn des Lebens fragen, ist analog zu folgendem:

Wir sitzen in einem Keller und ich frage dich, „wieviel Uhr ist es?“ und du antwortest, „Ich habe keine Uhr.“. Ich frage weiter, „Ich weiß, dass du keine Uhr hast, aber wieviel Uhr ist es?“, worauf du antwortest, „Wir sitzen in einem Keller ohne Fenster, weswegen ich die Sonne nicht sehen kann, also auch nicht daran bestimmen kann, wieviel Uhr es ist.“. Ich will mich damit nicht begnügen und frage weiter, „wieviel Uhr ist es?“. Du überlegst, versuchst zu rekonstruieren, wann wir in den Keller gestiegen sind und wie lange wir schon hier unten sitzen könnten und dann sagst du, „ich weiß nicht wie lange wie schon hier unten sitzen und kann dir deshalb nicht sagen, wieviel Uhr es ist.“. Ich höre nicht auf zu fragen und langsam wird es die lästig. Damit ich endlich Ruhe gebe, sagst du, „Es ist genau 15.55 Uhr.“ Worauf ich entgegne, „Wie willst du das Wissen, du hast doch keine Uhr.“.

Unsinnige Sonnenuhr

Wer die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen will, sollte sich vorher überlegen, wie eine sinnvolle Antwort auf die Frage überhaupt aussehen könnte. Ist dem Fragenden aber die Form der Antwort bewusst, so verliert die Frage ihre Bedeutung, da er sich nun die Antwort selbst geben kann und dementsprechend nicht mehr fragen muss. Die Frage dient danach lediglich der Synchronisation mit den Anderen, eben der Klärung der Frage nach der Form der Antwort und nun nicht mehr der Antwort selbst. Überhaupt hat die Frage jetzt den Sinn den Hintergrund des eigenen und des anderen Handelns in den Vordergrund zu rücken. Erklärt wird dadurch nichts…

Schwerer Fall von Rechts-Links-Schwäche bei der Berliner Polizei

Die Beeinträchtung zwischen links und rechts nicht oder nur eingeschränkt unterscheiden zu können nennt man Rechts-Links-Schwäche. Die Berliner Polizei zeigt uns in der folgenden Pressemeldung wie das praktisch aussehen kann und wie man mit dem Problem ihrer Meinung nach am Besten umgeht.

Pressemeldung der Berliner Polizei
Eingabe: 12.02.2010 – 09:10 Uhr
Parolen geschmiert
Reinickendorf/Friedrichshain-Kreuzberg

# 0349

Eine Tunnelwand im S-Bahnhof Hermsdorf wurde gestern Abend von Unbekannten mit einer rechten Parole beschmiert. Eine 48-jährige Anwohnerin alarmierte gegen 19 Uhr die Polizei, nachdem sie den mit schwarzer Farbe aufgesprühten 2 × 2 Meter großen Schriftzug an der Tunnelwand sah.

# 0350

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma alarmierten gegen 21 Uhr die Polizei in die Muskauer Straße in Kreuzberg, als sie an der Hausfassade einer Bank eine mit schwarzer Farbe gesprühte linke politische Parole sahen. In beiden Fällen wurden Strafermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Zu erst sagt man rechts, dann sagt man links, und dann packt man beides in die selbe Schublade (und Pressemitteilung). Schon ist das Problem scheinbar gelöst! Klappt zwar nur in den Köpfen der Polizei bzw. Politik und stiftet für viele Betroffenen unnötige Ärgernise, aber wie sollte die Berliner Polizei ihrer Rechts-Links-Schwäche auch sonst Herr werden, wenn man rechts und links schon in der gleichen Farbe (schwarz) schreiben und offensichtlich keiner da ist der zwischen Form und Inhalt mehr unterscheiden kann.

Deswegen Schluss mit der Scharlatanerie der Polizei und Politik!

Für eine adäquaten Umgang mit Rechts-Links-Schwäche!

Beats

Experiment:

Was passiert, wenn man ganz schnell hintereinandern „beats“ sagt?

Ergebnis:

Wittgenstein und Demonstrationen…

Wittgenstein schreibt über Demonstrationen:

Und eine Demonstration ist die für den, der sie als Demonstration anerkennt. Wer sie nicht anerkennt, wer ihr nicht als Demonstration folgt, der trennt sich von uns, noch ehe es zur Sprache kommt.

später geht es wie folgt weiter:

>>Du siehst doch – es kann doch keinem Zweifel unterliegen, daß eine Gruppe wie A wesentlich aus einer wie B und einer wie C besteht.< < - Auch ich sage - d.h., auch ich drücke mich so aus - daß die Gruppe, die du hinzugezeichnet hast, aus den beiden kleineren besteht; aber ich weiß nicht, ob jede Gruppe, dich ich eine von der Art (oder Gestalt) der ersten nennen würde, unbedingt aus zwei Gruppen von der Art jener kleineren zusammengesetzt sein wird. - Ich glaube aber, es wird wohl immer so sein (meine Erfahrung hat mich dies vielleicht gelehrt) und darum will ich als Regel annehmen: Ich will eine Gruppe dann, und nur dann, eine von Gestalt A nennen, wenn sie in zwei Gruppen wie B und C zerlegt werden kann.

Was möchte uns Wittgenstein damit sagen? Was er uns damit sagt, wusste er wahrscheinlich selbst nicht, denn ihm gingen es in den Bermerkungen über die Grundlagen der Mathematik nicht um politische Demonstrationen, sondern Mathematische.

Und doch können diese Fragmente seines Sprachspiels durch aus jenseits ihres Kontext, in einen anderen Kontext eingebettet, Bedeutung erlangen. Dann nämlich wenn wir zum Einen die Grenze zwischen Innen und Aussen, im ersten Zitat, als grundsätzliche Barriere demonstrativer Aktionsformen begreifen und zum Anderen anerkennen, dass selbst die spontanste Demonstration, erst dann wirklich Demonstrationcharakter (Gruppe A) erhält, wenn sie sich in Demonstranten (Gruppe B) und Polizei (Gruppe C) aufspalten lässt. Treffen diese beiden Äusserungen zu, so bleibt der Demonstration ausser ihrem selbstbefriedigten Charakter nichts mehr übrig. Denn ist sie nur mit Polizei und Demonstranten eine Demonstration, so lässt sie weder viel Raum für alternative Aktionsformen, noch bietet sie eine Möglichkeit die Grenze zwischen Innen und Aussen zu überwinden. Entweder nimmt man als Demonstrant oder Polizist an einer Demonstration teil oder eben gar nicht. Nimmt man aber an der Demonstration nicht teil, dann ist die Demonstration für einen selbst bedeutungslos. Also entweder Bedeutung und keine Demonstration oder Demonstration und Bedeutungslos…

Für alternative Aktionsformen, immer und überall!

Hörspiel: Der glückliche Prinz

Ein weiteres Hörspiel, von mir gesprochen, findet seinen Weg hierher:

Oskar Wilde – Der glückliche Prinz

Damals im „Anchors“ mit den Jungs!

Gerade wieder gefunden:

Technodrom – Shredder is still one of the undergrounders

Hörspiel

Heute habe ich das Vorwort und das erste Kapitel von Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ aufgenommen. Wer mag kann sich hier das Vorwort anhören. Weder Aufnahme- noch Lesetechnik sind besonders gut, aber Übung macht den Meister und wenn ich schon kein Meister bin, dann kann ich wenigstens noch üben.

Terroranschlag in Winnenden

Vor wenigen Wochen ein Amoklauf an einer Schule, gestern ein Terroranschlag auf eine Schule. Einmal hier, einmal dort! Worin besteht eigentlich der qualitative Unterschied? Warum schockiert das Eine angeblich ganz Deutschland, während das Andere als Randnotiz in den Nachrichten erscheint? Ich will keine Antwort darauf geben. Stattdessen will ich zeigen, was passiert, wenn man den „Amoklauf“ in Winningen mit dem gleichen Sprachspiel beschreibt, wie den „Terroranschlag“ in Pakistan und dementsprechend sich die gleichen Fragen stellen würde.

In einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden bei Stuttgart hat es einen Terroranschlag gegeben.

16 Menschen sind bei dem Anschlag ums Leben gekommen, berichtete Landesinnenminister Heribert Rech (CDU), darunter neun Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, drei tote Lehrerinnen, ein toter Passant nahe der Schule in Winnenden und zwei in Wendlingen sowie der Terrorist selbst. Ursprünglich war von mindestens elf Toten die Rede gewesen, darunter zehn Schüler und ein Erwachsener.

Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, wie der Sprecher der Behörden in Waiblingen, Klaus Hinderer, mitteilte.

Laut Polizei hatte der Terrorist auf der Flucht ein Auto entführt, die Insassen gehen lassen und war ins etwa 40 Kilometer entfernte Wendlingen geflohen. Dort habe es einen Schusswechsel vor einem Briefverteilzentrum gegeben, bei dem auch zwei Passanten getötet worden seien. Anschließend tötete die Polizei den Terroristen.

Polizeisprecher Hinderer sagte, der mutmaßliche Terrorist, Tim K., der mit einem schwarzen Kampfanzug bekleidet war, sei gezielt während des Unterrichts um 9:30 Uhr in zwei Klassenzimmer gegangen und habe das Feuer eröffnet. Anschließend sei er in die Innenstadt geflohen. Ein Großaufgebot habe mit Hochdruck nach ihm gefahndet. Nach Angaben der Polizei in Waiblingen floh der Terroist in einem grünen VW Sharan in Richtung Stuttgart.

Bei dem Täter handelt es sich um einen 17-Jährigen, der der Polizei bekannt ist und der im Jahr 2007 mit einem Abschluss von der Albertville-Realschule abgegangen sei. Die Wohnung der Eltern wurde bereits durchsucht. Die Familie stammt den Angaben zufolge aus Weiler zum Stein, das zu Leutenbach gehört. Der Vater habe mehrere Schusswaffen besessen, eine davon sei bei der Hausdurchsuchung nicht gefunden worden.

Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte, der Täter sei völlig unauffällig gewesen: „Er war nie auffällig. Er hatte 2008 seinen Abschluss an der Realschule gemacht und hatte jetzt eine Ausbildung begonnen.“

Die Schule sei mittlerweile evakuiert, sagte der Polizeisprecher. Schüler und Lehrer würden von Ärzten, Psychologen und anderen Hilfskräften betreut.

Die Albertville-Realschule, die zusammen mit einem Gymnasium in einem Schulzentrum mit insgesamt 1000 Schülern untergebracht ist, wurde von der Polizei gesperrt. Wegen der Großfahndung glich Winnenden am Mittwoch einer Festung. „Die Stadt ist nahezu abgeriegelt“, sagte der Polizeisprecher.

Der Terroranschlag ruft Erinnerungen an den Anschlag von New York wach: Am 11. September 2001 hatte mehrer Terroristen Flugzeuge entführt und in die World Trade Tower gesteuert. Dabei starben damals mehr als 3000 Menschen in wenigen Stunden.

Quelle des unveränderten Artikels

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Wer steck hinter diesem feigen Anschlag? Waren es die üblichen Terrorgruppen um Al-Quaida? Wann und wo werden sie das nächste Mal zu schlagen und was kann unsere Regierung tun um weiter Anschläge zu verhindern?

(vgl. „Amoklauf in Pakistan“)



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