Beiträge von Surrealistischer Folterknecht

Menschen und Eisen

Begrab die Maschine
Entdecke die Magie wieder
Verlier dich im Gerät
(Und) es ent-fernt dich von Wissen.

Alle Erde ergraut noch vergraut
In ihr Menschen Gier eingeschrieben
Auf- und umgewühlt
In Wert und Unwert getrennt.

Und die Maschine sei nicht Mensch noch Natur
Von Mensch gerufen um Natur zu graben
Glich einem Tier – ein eiserner Elefant?
Eiserner, unermüdlicher Umwühler und Vergrauer.

Keine Verlängerung des Körpers
Doch gräbt der Mensch mit ihm
Nicht durch den Elefant – der ist für sich
Und niemand fasst ihn mehr ganz

Nur das Material bleibt
In ihm eingeschrieben des Menschen Idee
Kann nicht mehr kontrollieren
Und will doch mehr als nur das Eisen.

Journey in [a/ex]cess

Lecture disentangles hallway
A crowded violation of a vodka bottle
It is half-full,dumped, accessible to:
A complaining professor: „Theory left-bottle left!“
Shouts are provoking and a inappropriate handling
Of(f) situation turns over into a party
Excess in Dionyisos-nonviolation for seven hours
„Sit in, don‘t squat, but resist the [non-]rule.“

Conversation is normalized, that conserves the atmosphere.
Then leaves leaving in darkness
The wet asphalt street is light-supported,
An ongoing celebration of female bodies
has the result of a different foreign brother complaining
One pervasive presence of the cue commited to
Non-sight, the mood: not undermining, not overcoming
I am intensifying the excess intentionally, but nondelirious.

The next highway cirle-driving causes episodes:
Best-friend-girlfriend-related ones, empowered and determined
A decision in the car is taken to the straight exit
But there is no exi(s)t, just the cave of concreteness.
Instead: neon lightbulb performance art of Japan
Not affiliated but essential to me is the school-friend
But his hysterical reaction: „What do you wanna do?“
It is a half full, free, angel-wing event.
End.

Sherlock Holmes oder Wissenschaft ohne Rationalität

Unzählige Debatten sowie film- und literaturkritische Interpretationen sind bzw. sollten über den neuen Sherlock Holmes-Film von Guy Richie geführt werden. Doch die Fragen nach dem Verhältnis des Streifens zu den Büchern oder der generellen Möglichkeit von adäquaten Romanverfilmungen usw. sollen hier beseite gelassen werden. Tausendfach in Lichspielsälen rund um den Globus gespielt, in Zeitungen und Internet angekündigt und beworben, und durch ins linguistische Kreaturen zumindest für die durchschnittliche Verwertungspanne im kollektiven Gedächtnis gehalten, stellt er ohnehin eine unabhängig vom Kritikdiskurs existierende (mediale) Entität dar. Dies sollte jedoch keinesfalls als ein Passierschein für die Kritikimmunität des Kunstwerkes überhaupt gelesen werden, sobald dieses die Bühne öffentlicher Aufmersksamkeit betreten hat. Vielmehr wirft der besagte Film schon ohne filmtheoretische Behandlung ernsthafte philosophische Probleme auf.

Dabei scheint die Botschaft blockbustertreu eindeutig und Plot kohärent umgesetzt: Schwarzmagier/Bösewicht Blackwood verschwindet nach seiner Erhängung spurlos aus dem Grab und terrorisiert wiederauferstanden London mit seinen mystischen Kräften: Er lässt Männer bei lebendigem Leibe verbrennen, verwandelt Badewasser in tödliche Säure, jagt ganze Fabriken aus dem Nichts in die Luft, usw.
Nun ist es an Sherlock Holmes, mit Hilfe seiner analytischen Fähigkeiten die Spuren zu analysieren, welche Blackwood überall in der industriellen Metropole des späten 19. Jahrhunderts hinterlässt, und diese darüber hinaus zu einem logischen Ganzen zusammenszusetzen. Dieser scheint ihm und seinem Gefährten Dr. Watson immer einen Schritt voraus zu sein, sodass erst die scheinbare Anwendung von der so verachteten Schwarzmagie Holmes auf die Fährte von Blackwoods diabolischem Plan führt: Jeder seiner Gegner soll im House of Lords in Gegenwart des Magiers selbst ersticken. Nur in letzter Sekunde können Holmes und seine Gefährten Blackwoods Mechanismus abzuschalten, überraschenderweise (und ganz unmagisch) eine komplizierte Konstruktion welche chemische Substanzen zu einem Gift zusammen gemischt über das Lüftugnssystem ins Haus der Lord schleusen soll. Nach Blackwoods Flucht kommt es (aus unerfindlichen Gründen) auf der unfertigen Londoner Tower Bridge zum Showdown und Holmes offenbart, wie er Blackwoods Magie durchschaut hat : Sich selbst auflösende Grabsteine, eine pulsstoppende Kräuterpflanze, eine mit Kupfer zur Säure reagierende Badellösung, eine manipuliert Pistole: aller Mythos der Magie kann auf eine wissenschaftliche Erklärung zurückgeführt werden. Die Moral: die positivistische Wissenschaftssicht gewinnt, der Glauben in Magie und Übernatürliches hat ausgedient. Soweit würde wohl jede Standarderzählung die Bedeutung des Filmes zusammenfassen.

Doch eine Darstellung lässt die gesamte temporale Dimension, welche gerade im Film als bewegtes Medium eine zentrale dramaturgische Rolle spielt, völlig aussen vor, Die Standarderklärung setzt, wie Nietzsche den Philosophen vowirft, ‚die Konklusion an den Anfang‘ um zu bestimmen wie man die Handlung zu verstehen hat. Die Magie Blackwells war von Beginn nichts anderes als trickreiche Wissenschaft, welche durch ihn und seine Schergenbande in perfekter Geheimhaltung als Magie inszeniert wurde. Will man aber der Geschichtlichkeit des Films gerecht werden, so muss man feststellen, dass dem Zuschauer (sowie allen anderen Figuren außer Mastermind Holmes sowie Blackwood und Kollegen) die Magie als Magie erscheint, obwohl sie, wie Holmes demonstriert, nur getarnte Wissenschaft ist. Es gibt also eine Identität von Wisschenschaft und Magie , die Wissenschaft ist Magie für den Zuschauer (und den Pöbel ds Films – sagt dies etwas über die Wertschätzung des Regisseurs aus?) und damit mythisch und unerklärlich. Wissenschaft ist also in der Lage, Magie zu erzeugen und Magie zu sein für denjenigen, dem es als Magie vorgeführt wird.
Es ist erst Sherlock Holmes, der mittels Rationalität die Magie demystifiziert und zeigt, dass ihre wissenschafliche Grundlage logisch verständlichen Regeln folgt. Doch aus der vorherig festgestellten Identität von Wissenschaft und Magie folgt, dass Holmes (für den Zuschauer) erst mittels seiner logischen Analyse Wissenschaft selbst rationalisiert, d.h., dass Wissenschaft, zumindest unter bestimmten Wissens- und Machtverhältnissen (Blackwood – einfaches Volk; Regisseur [einfacher] Zuschauer) auch ohne Rationalität existieren kann.

Geht man noch einen Schritt weiter, und ersetzt das Verhältnis zwischen Zuschauer und Status der Wissenschaft im Fimverlauf durch das Verhältnis zwischen dem Bewohner der (vor- und außerwissenschaftlichen) Lebenswelt und dem Status von ‚realer‘ Wissenschaft selbst, so findet man sich in einer ähnlichen Situation wieder: Wissenschaft ist nur ein weiterer Mythos den wir uns erzählen, um in der Welt zurechtzukommen, ohne notwendigerweise verstehen zu müssen wie die Methode zu Erzeugung all dieses Wissens wirklich funktioniert. Was den Unterschied zum Mythos Magie in früheren Perioden der Menschheitsgeschichte angeht, so ist dieser nur durch den Zugang zu den Erklärungen hinter den (magischen/wissenschaftlichen) Phänomenen aufrechterhalten. Da sich Wissenschaft historisch unter einen (‚rationalen‘) Diskurs der Selbstoffenlegung seiner Methodik gestellt hat (im Kontrast zur Geheimhaltung des magisch-okkulten Wissens), erscheint die Möglichkeit, diese für Magie zu halten, eher absurd und uninformiert. Doch voraussgesetzt, dass die Wissenschaft nur eine bestimmte Lebensform mit einer partikulären Umwelt in der Lebenswelt ist, welche eine Vielzahl von Nichtwissenschaftler umgeben wird, bleibt die Identität von Wissenschaft und Magie nicht nur eine Möglichkeit sondern historische Wirklichkeit.

Post-athernes Gebet

Eins(t) mit vieler Differenz zum Tode hingewelkt
Von schwerer Haltung bricht der Charakter in sich selbst zusammen.
Geschwärzt kein Herz in keinem Flecken Farbe
Verherrlicht als Stammesschrift der Keilbuchstaben
Invertiertes Spektrum der Gefühle
Bricht durch den Hintereingang des Daseins
In endlose Verlassenheit des Lebens.

Verschlungen im Mattsein des
Verschweisten Lehms der Unendlichkeit
Verloren im Strom des finsteren Urschleims aller Vergessenheit
Ist die Hochstellung aller Klarheit
Keine Tugend einfacher Kreaturen
-mehr.

Intellektuelles Erbrechen in einen See der Einsamkeit,
Verschlingt die eigene Sehnsucht
Im kalten Regenschauer des Wahnsinns.
Erfroren im Tunnel der Perspektivlosigkeit
Hat die Hoffnung an eine feigsende Eifersucht
Auf Aussenstehendes ergeben.
Diese, vernichtet im Feuerall der Augenblendung
Aufgegangen in verfetteter Altlast
Wertbehafteter Erinnerungen,
Angekettet an infantile Stummheit.
Lethargie vom Bett des Mondkraters
Bringt welligen Ehrgeiz
In erschlaffte Hälse der verrenkten Weltanschauung,

Zusammengeschrumpft an ein Erlebnis
Innerhalb der Keimzeit ergafft sich das Fremde
Geschichte in einer homogenen Unreinheit
Zweifelhafte Gerüche kleben an einer kotbraunen
Klinge(l), über Abgründe nicht hinauskommend.
Programmierung des eigenen Lebens
In unendlicher Neuwiederholung dichotomer Sinnlosigkeit
Seinen eigenen Sinn enstellend, verschlingend,
Vergessen habend, von der Zukunft eigenhändig
in eine Lache erschlagen.

Verrennen in Parallelexistenzen eigener Subpersönlichkeiten,
Vielfraß mediale(r) Räumlichkeit
Verschiedene(r) Schichten der Tinte
Im Buch eines lustigen Idioten.

Vereinzelung in der kompletten Integriertheit
Unakzeptabler Einzelleistung dunklerer Einfühlung-
Verhindertheit in Stellungnahme
Zwischen Gut und Böse als überholter Wertkatalogisierung

Versuch einer Selbstkritik gescheitert,
In der Assoziation verleugnender Kurzweiligkeit.
Ablehnung greuelnder Exaktheit poetischer Geschichtenerzählung,
Versuch der Selbstrettung in Umwendung
In Hinwendung durchwindender Verweilung im Nachkäuen.
Selbstillusion in Ausklammerung an Normierung
Morbidruinierter Gedankengänge
dummer kommuner Zwecklosigkeit.

Zerbrechen am abweisenden Stück Welt
Im Schatten des vorverlegten Erfolges
Bevorstehender Scheiterungen.

Amen.

Erinnerung an den Körper

Ein Paradox, auf dem die westliche Zivilisation beruht ist ihr Umgang mit dem Körper. Der Körper wird vergessen und zugleich ständig in den Mittelpunkt gerückt.

Er wird vergessen, wenn er gebraucht wird, um seine Aufgabe zu erfüllen, er muss vierundzwanzig Stunden wach bleiben können, muss acht Stunden Arbeit aushalten, unterbrochen von seiner Erinnerung an den Energiemangel, der mittels einer möglichst effizienten Mittagspause versucht wird zu stillen. Auf der anderen Seite wird er in den Mittelpunkt gerückt, wenn er nicht mehr funktioniert. Dann wird er mit Kopfschmerztabletten oder wahlweise anderen Heilmitteln (z.B. Quecksilber im Mittelalter) vollgestopft, bis er stimuliert durch diese Substanzen seinem Eigentümer vorspielt, wieder normal weitermachen zu können.
Der Körper wird zum Statussymbol als gestählter für diejenigen, die ihn nach ihren Vorstellungen „wie Bildhauer“ (Arnie) modellieren, indem sie seine Muskeln auf eine Größe heranwachsen lassen, von welcher der jeweilige Eigentümer überhaupt keinen praktischen Gebrauch machen kann. Der Körper wird sogleich vergessen, weil von der Gesellschaft vergessen wurde, für welchen Zweck Muskeln eigentlich gemacht sind. Sie sind nur noch ein Symbol für den gesunden, und infolgedessen ehrgeizigen und erfolgreichen Mann. (Sartre muss deshalb widersprochen werden, wenn er sagt, dass ein Körper nur in Bezug auf den eigenen Lebensentwurf gut oder schlecht trainiert erscheint, denn er vergisst, dass diese Freiheit trotzdem im Rahmen eines menschlichen Stereotyps stattfindet – der Blick des Anderen ist nämlich immer auch der Blick der Anderen.)

Der Körper muss vergessen werden, denn er ist das Gefängnis der Seele (Platon), d.h. alles Denken, alles Geistige kann und muss unabhängig von ihm stattfinden, denn diese Intellektualität darf nicht von fleischlichen Trieben und Instinkten determiniert sein, soll Unsterblichkeit, dieser männliche Traum (Jelinek), aufrechterhalten werden.
Doch diese Triebe werden ständig in den Mittelpunkt gerückt, denn Sex und nackte Haut verkaufen sich nicht nur gut, sondern sie sind auch Mittel zum Machterwerb und -erhalt des erfolgreichen und ehrgeizigen Mannes (manchmal noch vergessen im fetten Körper) über die unterdrückte Frau, die ihren Körper wiederum vergessen muss (dass z.B. ein breiteres Becken bei einer Geburt weniger Schmerzen bereiten könnte) um ihn fokussierend hemmungslos ausbeuten zu können (da ein schmaleres Becken nuneinmal besser aussieht). In der plastischen Chirurgie spiegelt sich dasselbe wieder: Funktion eines Körperteils wird ausgetauscht gegen Aussehen: die Nase ist nicht zum Atmen da, sondern zum Schmalsein und Schönsein und Angepasstsein an schmale Wangenknochen und aufgespritzte Lippen.

Der Operationstisch bzw. das Krankenhaus im Allgemeinen ist wohl das auffälligste Beispiel für Körperfokussierung und -vergessenheit in einem. Der Kernspint dient dazu herauszufinden, was Bewusstsein ist, indem er unter dem Pradigma der Anomalität Gehirnaktivitäten misst, um Rückschlüsse auf die ‚normale‘ Funktionsweise zu ziehen (Rationalitätspradigma). Als wäre der Rest des Körpers nicht vorhanden, wird hier frei Schnauze alles von der menschlichen Willensfreiheit bis zur schweren Persönlichkeitsstörung erklärt. Das entkörperte Gehirn wird zum Synonym für den Sieg des Materialismus über den Dualismus, ohne dabei Platons Credo aufzugeben: Der Körper bleibt das Gefängnis des Gehirns.

Im Massenphänomen Sport wird der athletisch gestählte Körper für Bestleistungen umjubelt. Doch gerne wird vergessen, dass selbst dieser in sechsmilliardenfacher Ausführung nicht jede sechs Monate zu einem neuen Weltrekord fähig ist. Doch wehe, wenn sich der Körpereigentümer erlaubt, solch einen Erflog mit illegalen Erfolg mit illegalen Substanzen herbeizurufen! Denn was man sehen will, sind Athleten, fähig zu Leistungen, zu welchen der eigene Durchschnittskörper selbst bei härtestem Training nicht fähig ist. Doch diese müssen erreicht werden durch Disziplin, durch Einheit von Körper und Geist, der Gefangene muss sein Gefängnis lieben, mit ihm eins werden, und die Massen jubeln nur den Bestgestählten zu, den Siegern, denn die Besiegten will keiner sehen. Sie sind die Toten des Schlachtfeld, auf das sie ausgezogen sind, ohne jemals den Krieg des Geistes gegen den Körper entscheiden zu können, für welchen sich dieser lächerliche Teil der Menschheit entschieden und mit welchem sie rücksichtslos die ganze Welt überzogen hat.

Wie würde eine Erinnerung an den Körper also aussehen?
Sie würde den Menschen von einer Arbeit befreien, welche nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen verkörperten Geist verkrüppelt. Teil dieser Entrkrüppelung wäre damit einhergehend das Ende der Rede von einem „Geist“ oder einer „Seele“ die gespentshaft im Körper wohnt und die Umwendung zu einem ganzheitlichen Verstehens des Menschen (Nietzsche: „Selbst“, Heidegger: „Dasein“). Das heißt: der Mensch ist weder Seele noch ein auf dem Seziertisch zerlegbarer noch unter dem Mikroskop in einzelne Atome unterteilbarer Körper sondern Leib, genauso wie das Tier Leib ist und nicht cartesische Maschine.

Man wird einen neuen Gesprächspartner finden, sich wieder an die Leibstimme erinnern, welche nicht in Worten spricht, aber trotzdem als Gleichberechtigter, nicht als tretbarer Knecht an der Diskussion ‚Leben‘ teilnimmt.
Man wird schätzen lernen, nicht nachdenken zu müssen, um Treppen hinaufzusteigen, ohne hinzufallen. (Wenn man natürlich hinfällt, wird auch der Lein einmal vorhanden) Man wird sich verabschieden müssen von einer einseitigen Auffassung von Intelligenz als Fähigkeit, mathematisch-logische Spitzfindigkeiten lösen zu können, oder ein besonders gutes Gedächtnis zu haben. Verkörperte Intelligenz schließt eine Interaktion mit der Umwelt ein, die über eine belebtes Subjekt/lebloses Objekt-Dichotomie hinausgeht, die Welt verschwimmt zu einer Um-Welt verschiedener Daseinder. Es ist klar wieso den alten weißen Männern ein Schlottern durch den verwahrlosten Körper geht, wenn einer daherkommt und behauptet, dass sich Wissen nicht nur zwischen zwei Pappdeckeln befindet. Jede Erfahrung ist eine Erfahrung, wen kümmert es, ob man sie begrifflich fassen kann, solange sie er-lebt wurde? Wieso ist ein Steinzeitmensch dümmer als der westliche Handymann? Weil er andere Methoden hatte, um seine Welt zu ordnen? Die Schule wird getrennt in Lernen und Sport, das eine ist stundenlanges Starren auf Zeichen, das andere die Wehrpflicht für den Krieg im westlichen Alltag – Sieger und Besiegte – darum gehts in der kapitalistischen Körpertombola. (Leider gibt der positive Aspekt des Teamgeists keine bessere Note – nur auf Unsportlichkeit muss Strafe folgen, denn wer unsportlich ist, der zeigt nicht den Willen, ein ehrgeiziger und erfolgreicher Mann zu werden.)

Erfreulicher Nebeneffekt einer Erinnerung an den Körper: Das Paradox des Verhältnisses zwischen apriorischer Geometrie und Natur löst sich auf, indem das weltlose Subjekt zu Grabe getragen wird. Reale Menschen haben reale Bedürfnisse, un auch der erste Winkelsummendreiecksbeweis hatte ein um-zu …
Die Welt besteht nicht nur aus Tatsachen, sie besteht aus miteinander agierenden Organismen von denen ein kleiner Teil sich eintschieden hat, den Rest in ein starres Netz von Konventionen zu legen, die ihr Stimmorgan bedeutungsvoll in die Welt posaunen kann. Ein Leib dagegen ist eine stabile Basis für zwischenmenschliche Beziehungen. Die westliche und verwestlichte Welt läuf nur Gefahr, ihn entweder in Atome, oder in virtuelle Neubeschreibungen aufzulösen. Postmoderne und radikaler Naturalismus verwandeln das Gefängnis in einen Friedhof. Wieso, Mensch, verwandelst du es nicht in dein Wohnzimmer?

Kleine Phänomenologie der Sonnenbrille

Die Sonnenbrille enthaelt.

Sie ent-hellt – das Dingphänomen.

Sie enthält – einen vom unausprechlichen Gehalt der Wahrnehmung. (Wittgensteins Schweigen)

Sie enthält – vom Blick hinter die Tatsache.

Sie enthält – vom zuhandenen In-der-Welt-Sein.

Sie enhtält – das nicht in der Welt enthaltene In-der-Welt-Sein des Daseins.

Sie enhält – vom Blick des Anderen.

Sie enthält – den eigenen Blick des Anderen.

Sie enthält – die Ausblendung des Lichts.

Sie selbst enthält Nichts – nur Glas und Plastik.

Clown

Clown

Absterbende Auswürfe

Wenn Schwere im Spiegel des eigenen Daseins liegt, ist das Wissen um den Niedergang der Lebensform gekommen. Dieser Ankunft vorausgehend ist ein Gefühl der Falschheit, welche jedoch durch den Hochmut der alteingeschworenen Lebensformverfechter ausgeklammert wird. Die Ausleuchtung dieser Klammer führt nur zum Nichts, zur tiefschwarzen Leere, zur Erkenntnis, dass es „kein richtiges Leben im falschen gibt.“ (Adorno)
Welche Konsequenz lässt sich daraus ziehen? Keine! Nur die Erkenntnis, dass die theoretische Begründung einer Lebensform nicht möglich ist, da das Er-Leben kontigent auf den Modalitäten der Notwendigkeit und Zufälligkeit sitzt. Das Elebnis, im Sinne eines Gelebtwerdens ist weder zufällig noch notwendig, weil es geschichtlich ist. Jeder, welcher einer historische Entwicklung als genuin notwendig oder zufällig analysieren will, muss scheitern, weil er weder der Gewordenheit (im Falle des Zufallsverfechters) noch der Alternativität der Möglichkeiten menschlichen Erlebens gerecht wird. Das Wissen um die Modalität einzelner Ereignisse hat noch nicht die Modalität des Ereignisraumes bestimmt, solange es sich bei diesem um einen historischen Raum handelt. (Anm.: 1. Das Modalitätsproblem im Wissen um einzelne Ereignisse ist ein epistemologisches, das des Ereignisraums ein ontologisches. 2. Im Gerichtetsein auf Einzelereignisse klammert der Mensch in den meisten Fällen die Bedingung der Gerichtetheit, welche den subjekiven Ereignisraum bestimmt, aus) Ob die Historizität auch für naturwissenschaftliche Räume gilt, ist eine zu untersuchende Aufgabe, welche nur im Rahmen einer Analyse der Lebenswelt sattfinden kann.
Aufgrund der Kontingenz des Er-Lebens der Erlebnisse kann die theoretische Begründung der Lebensform deren Existenz weder rational einholen noch ganzheitlich erfassen. Ein Grund dafür ist die historische Existenz der begründenden Subjekte in der zu begründenden Lebensform, welche auf ihre Überholtheit hindeutet , wenn sie es bereits nötig hat sich begründen zu müssen. (Anm.: Überholtheit bedeutet hier neben dem normalen Wortgebrauch auch die rationale Ein- und Überholung der Lebensform, welche diese, indem sie sie verstanden hat, dialektisch aufhebt) Das Erkennen der Überholtheit ist jedoch nur aus der spezifischen Form des Lebens zu begreifen, weshalb diese zu einem Nichts führt. Wieso kann dieses Nichts (welches Angst hervorrufen würde) nie in absoluter Präsenz auftreten? Weil es allenfalls durch das Ergreifen einer alternativen, möglicherweise überlebesfähigeren Form appräsentiert wird.
Wenn eine ganze Gesellschaft in der Geschichte ihre eigene(n) Lebensweise(n) nicht mehr rechtfertigen kann und/oder das Nichts ahnt, so lässt sie durch die enstehende Angst die Möglichkeit einer radikaleren, allumfassenderen Form der Lebensorganisation als ergreifenswert erscheinen. Ein solcher Fall mag Ende der Weimarer Republik eingetreten sein, wobei diese Erklärung keine Notwendigkeit haben darf, wenn sie ansatzweise erfassen will, was geschichtlich passiert sein könnte, ohne dieses Ereignis zum Gegenstand einer „wiggish history“ zu erheben. Was die eigene, unsere aktuelle Geschichte im Allgemeinen, im Besonderen aber zuvorderst die Lebensform im akademisch-universitären Mileu betrifft, bildet die Hochschule einen besonders parasitären Nährboden für anachronistische Lebenswelterschaffung. Eine Verfechtung des aufklärerischen Bildungsideals als Sich-Selbst-Bilden im Sinne einer individuellen Entfaltung ist aus zweierlei Gründen unmöglich. Zum einen kann Individualität in einer kapitalistischen Gesellschaft nur durch Kombination vorgefertigter Musterteile (seien dies nun Schumaterialien oder Lebensentwürfe) zu einer „eigenen“ Identität die Rede sein, welche ihren Sinn im Moment der Konstiution bereits nicht mehr sichern kann und somit der Neubeschreibung mit all ihren postmodernen Gefahren ausgesetzt ist. (Anm.: Mit der Fassung der Geschichtlichkeit der menschlichen Lebensformen als einem „Zwischen“ im Bezug auf die Modalitäten ist es möglich, die Indivivualität des Er-Lebens qualitativ zu bestimmen, obwohl dies in der kapitalistischen Ökonomie oft nur quantitativ gefasst wird) Zum anderen ist der aufklärerische Bildungsbegriff eine rationale Basis für die Konstruktion einer Lebensform, die sich aufgrund dieser Basis selbst schon wieder überwinden muss, um das Nichts, welches durch die theoretische Begründung erscheint, ausklammern zu können.
Gefährlich wird dieser Schritt nur, wenn alteingesessene Verfechter oder deren Jümger beginnen, aktuelle Entwicklungen mit Instrumenten dieser artifiziellen Lebensform (oder deren Basis des Bildungsideals) zu erklären, was dem Anfang einer décadenten Bewegung gleicht. Deshalb kann nur ein Plädoyer durch unsere Zeit und die Hallen unserer Bildungsstätten schallen:

„Tot ist die Selbstbildung!
Tot ist die Entfaltung!
Tot ist die Idealität des Wissens!
Wir sind nur die absterbenden Auswürfe des Humanismus!“

Wer dieses Plädoyer begreift, der weiß, was es zu überwinden gilt!

SFK

Dreck

Wenn der Dreck an dir gespürt wird, dann weißt du, dass ein Teil deiner Wahrnehmung des Drecks nicht adäquat die Realität abbildet. Denn der Dreck ist in diesem Falle nicht nur äußere Natur, nein, er ist womöglich aus tieferliegenden Schichten deines eigenen Daseins hervorgekrochen.
Wie findest du das heraus? Durch Wasser. Waschen. Abermaliges Waschen.
Dein Versuch, bis in die tiefsten Poren hervorzudringen, allen Dreck unter deinen Nägeln, an den Füßen, oberhalb deiner Finger, an die Schultern angrenzend, zwischen den Brüsten anhaftend, abzuwaschen. Aber du fühlst, dass selbst nach über zehnstelligem Mal des Reibens des Körpers der Schmutz nicht abzugehen scheint, weshalb du anfangst zu überlegen, woher das Drecksgefühl überhaupt kommt.
Und du erkennst, das es nicht am rauhen Schmutz der Außenwelt liegt, sondern dieser nur eine Repräsentation einer Entität zu sein scheint, welcher du nicht mehr auf körperlicher Ebene nachgehen kannst. Trotzdem ist dir klar, dass der Körper die Bedingung der Möglichkeit des Denkens über den Dreck ist (eine Art Urteilsform).
Dann spürst und erkennst du das Unvermögen, die reine Schuld, welche du trägst, von deinem Körper abbürsten zu können, obwohl das körperliche Gefühl des Abbürstens eine Bedingung für das denkende Erkennen der unkörperlich-überkörperlichen Sünde ist.
Dies ist nach dieser Gedankenfolge auch wiederum ein Implikat dafür, dass der Körper selbst in seiner Tätigkeit dazu fähig ist (im Subjekt) über die Grenzen der eigenen Körperlichkeit transzendental hinauszugehen.

Steinfragment

Ringe, welche blasenartig am soliden Stein kleben, wahrgenommen als Keimzellen einer jeden Fruchtbarkeit im wirren Strudel der Himmelskörper, welche sich achsenförmig im Raum als Anschauung der Intensität ausbreiten.

Ausbreitung erfolgt durch Energien, welche wellenförmig sich nur erfassen lassen, wenn man den anhaftenden Stein unabhängig von aller Räumlichkeit oder Lokalisation im Raum betrachtet.

Betrachtungen, welche unbewusste Strukturen innerer Zerwüstung der subjektiven Identitätserfassung nicht freizulegen vermögen, weil sie am Begriff des Unbewussten in identitärer Weise festhalten.

Festhaltungen, welche durch Konvention einer sprachlichen Kultur der kulturellen Sprache nicht über die Idee der Kritik, Verteidigung, kritischen Verteidigung, verteidigenden Neuschaffung oder der neuschaffenden Widerlegung hinauskommen, ohne selbst wieder der Konvention zu verhaften.

Verhaftung an den Ringen des verhafteten Nirgendwo in der Zeit, welche Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart in der Gleichzeitigkeit der gewesenen Zukunftspräsenz als Gefangene genommen haben wird.

Werden, als ewig wiederkehrende Fortschreitigung in die einzige Widersprüchlichkeit, den Begriff als Ausgangspunkt der Abgrenzung genommnen zu haben.

Haben, der Besitz der Fähigkeit, ETWAS zu besitzen als ETWAS, welches die Bedingung der Möglichkeit für ETWASHEIT in der Wahrnehmung zugleich konstituiert und nötig hat.

Not, welche aus der Existenz des weltgeworfenen Ichs der Vielzahl Angst vor Veränderung hin zu einem Nichts macht, welches selbst die Ursache der Angst war, als solche jedoch nicht im Sinn einer Einzigartigkeit des Menschen gerechtfertigt werden kann.

Rechtfertigung, die niemals dem Recht gerecht werden kann ohne soviel Unnützigkeit durch Annahmen zu machen, die selber nicht mehr als Argumente vor irgendeinem Sehen des Anderen bestehen können.

Bestand können, als Statik der Idee unbeständig, da die Statik nur selbst aufrechterhalten werden kann, indem sie sich verändert, um gegen die Veränderung der frappierenden Chaosrealität als Statik ausgewiesen zu sein.

Sein, als unbeständige Beständigkeit im sich selbst nicht als originär konstituierenden Subjekt festgehalten, welches in den Ringen der zu betrachtenden Ausbreitung verhaftet bleibt, weil es im Werden des Besitzes die Not der Rechtfertigung nicht als Beständiges zu einem STEIN meißeln kann!



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