Archiv für August 2012

Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…

Glück und Denken

Der Unglückliche spricht:
Glückliche Menschen denken nicht,
denn es ist des Unglücklichen Recht
und so achtet wenn Ihr sprecht,
wer da spricht:
Glückliche Menschen denken nicht!

Im Hier und Jetzt 2012

Jede Welle eine neue Chance
Jede Chance ein neues Leben
Jedes Leben eine neue Welle,
die irgendwann bricht.

Die Le(e/h)re aus der Le(e/h)re ist die Melancholie des Verlassenen, von niemandem verlassen und trotzdem alleine, weil ich niemals darin war, sondern immer nur am Rand. Leben als zentrale Randfigur. Verliere ich nun die Figur, deren Rand ich beschritt, so rücke ich selbst ins Zentrum zurück. Ein Zentrum ohne Richtung, ohne Ziel, mit der „fast unlösbaren Aufgabe […]“ mich „[…]nicht dumm machen zu lassen“1 und weshalb gilt, „weitermachen“2 zu müssen. Nach und nach brechen die letzten Fetzen der vergangenen zwei Wochen auf. Ich blieb zurück, bleibe zurück. Eine Selbstentscheidung gegen die Alltäglichkeit, wird so zu einem Ding, welches umso fester weggeworfen, umso härter zurück schlägt. Manchmal nur ein Gespräch, nur ein Satz, nur ein Wort und all die alten, längst verschlossen geglaubten, Wunden reißen wieder auf und bluten umso heftiger. Dass ich nicht alle retten könnte, habe ich längst verstanden, aber dass ich manchmal nicht einmal mich selbst retten könnte, kann ich nicht akzeptieren. Was mir bleibt, ist nicht weniger als ein Trümmerfeld voller schöner Erinnerungen, aus denen ich bis zur Erschöpfung schöpfe. Ein Werbegeschenk des Lebens, bei dem der Skeptiker in mir den Betrug schon wittert, wo die Hoffnung noch die Rettung erblickt. Unendliche Wellen oder pointierte Teilchen? Wie hängt das alles zusammen, wenn es zusammenhangslos nebeneinander steht? Es scheint als hätte ich vergessen, ob die Bedeutung in den Menschen, Dingen und Prozessen liegt oder doch nur in der Perspektive auf all das. Wäre Ersteres der Fall so bliebe mir von alldem nicht mehr als Erinnerung, der verzweifelte Versuch festzuhalten, was einmal war, nun aber längst schon vergangen ist. Erwiese sich Zweiteres als richtig, so wäre nun erst der Raum und die Zeit all das in mich einzuweben, mich transformieren zu lassen und eben als Neues in die Heimatlosigkeit zurückzukehren. Der Insel den Rücken zu zu kehren, könnte dann bedeuten, dass es keine Rückkehr gibt, sondern nur ein neues Erwachen, in einem neuen Leben, auf den Trümmern der alltäglichen Vergangenheit. Diese Neue, das nun unsichtbar vor mir flieht, fliegt, liegt, gilt es zu erkunden und mich selbst ihm auszuliefern. Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt, zumindest dann, wenn man zwischen den Buchstaben lesen kann.

Z U K U N F T4

Genug Platz also ein neues Kapitel, in einem neuen Buch, über ein neues Leben, zu schreiben. Füller füllen und einfach losgeschrieben:

Juist ist, was du daraus machst“3 und vor allem: „Ju.ist (,) eine Insel!“
[…]

  1. T.W. Adorno „Minima Moralia“. [zurück]
  2. Grabinschrift auf dem Grab von Herbert Marcuse. [zurück]
  3. Zitat aus diversen Vorträgen und Reden im Kontext des Kurses. [zurück]
  4. An dieser Stelle herzlichsten Dank an alle Teilnehmer, Begleiter, Berater und das Team. [zurück]


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