Archiv für Juli 2012

Trümmer

„Ein Festung aus Glas
mit Scherben bis zu den Knie.“

Du sagtest du wolltest sie putzen und ich warnte dich noch, dass darunter nur Abgründe sein. Du wolltest dich nicht abhalten lassen, zumindest war es das, was du sagtest, bevor du im nächsten Augenblick den Rest der Festung zertrümmertest und nun stehe ich bis zur Brust im Scherbenhaufen. Jeder Schritt ein Schnitt, ein Wunde mehr auf der Narbenkarte, die nie heilt. Tief unter den Scherben mein Iglu aus Glas, aus dem ich nicht mehr rausfinde, weil ich noch mehr Wunden nicht ertrage. Ich sammel kleine Scherben, zu klein für das Iglu, und ramm sie mir unter die Haut. Vielleicht wird so aus der Festung aus Glas noch ein Glasrüstung.

Refrains oder was davon übrig blieb…

Aussen Bordstein, Innen Fetzen
und dazwischen nur die Wut
und das Blut
das aus unseren Mägen spritzt.

Das ist die Autobahn der kleinen Leute
immer hoch, immer runtern,
aber niemals zum Ziel

Das ist das Paradies der kleinen Leute
immer mittendrin,
im Nirgendwo

Trauer vergeht nicht---…

Kannst du dich noch erinnern?

Ich erinner mich noch an so vieles… Manchmal überfallen mich die Gedanken, manchmal stelle ich mir vor, dass du da(bei) bist, manchmal führe ich im Gedanken Gespräche mit dir. Gleichzeitig bin ich nur unsagbar traurig, unsagbar traurig, dass es nicht noch viel mehr zu erinnern, zu denken und zu besprechen gibt. In einer Stadt wie Berlin ist es schwer zu trauern und vielleicht bin ich auch nur einfach schlecht darin. Doch es bleibt mir nichts anderes übrig als zu trauern.

Im Zug auf dem Weg zu deiner Beerdigung schrieb ich damals:

Lieber Tommy,

Du hast das Leben am Abgrund geliebt und bedingungslos gelebt und dafür habe ich dich geliebt und geliebt ein Stück mit dir am Abgrund zu leben. Jetzt bist du gefallen und ich würde dir gerne, wie Spiderman, hinter her springen, dich irgendwie retten, dir einen Sonnenschirm zu werfen, damit du langsamer fällst, doch was mit bleibt ist nur dir meine Tränen hinterher zu werfen und Scherben auf dem Boden einzusammeln um dich mir in den Leib zu schreiben, wie du es früher durch dein Leben getan hast. Doch keine Narbe hilft darüber hinweg, dass du mir keine mehr zufügen kannst und das tut am meisten weh. Ab hier muss ich jetzt meine Geschichte ohne dich weiter schreiben und du fehlst mir schon jetzt. Deine Stimme, dein Mut zu Leben, einfach nur du!
Ich funktioniere nicht ohne dich…

In Liebe
Mod

Ruhe in Friede geliebter Freund!



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