Archiv für Juli 2011

Biodiversität war gestern…

Harun Farocki: „Die Worte des Vorsitzenden“

Zeit heilt diese Wunde nicht…

R.I.P.

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der Anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.

So sehr dieser Satz auch der Historizität enthoben zu sein scheint, so sehr spüre ich die Ohnmacht nach deinem Tod vor einem Jahr noch mehr als je zuvor und die Aufgabe scheint seit dem noch einmal unlösbarer geworden zu sein…

Im Gedenken an einen unentbehrlichen Genossen!

Kurzer Gedanke zu „Moderner Identität“

John Rambo spricht aus, was spätestens in der Spätmoderne wohl die Grunderfahrung viele Menschen wiederspiegelt. Die „Gleichheit“ der Losung der französichen Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, verwandelt das Subjekt zum Objekt einer Gleichung, in der es beliebig ersetzbar und damit qualitativ entbehrlich wird. Dies beeinflusst gleichermaßen seine Freiheit, die dadurch nur noch als Freiheit zur vermeintlichen Wertsteigerung über die Aneignung gesellschaftsrelevanter Kompetenzen verstanden wird, wie auch die Brüderlichkeit, die zugunsten einer Gleichgültigkeit der Brüder und Schwestern, deren Zahl in der Menschheit ins Unüberschaubare gestiegen ist, verschoben wird und nur in ganz kleinen Räumen, sei es der Familie, der Freundschaften, der Arbeitskollegen, wenn überhaupt noch ihre Daseinsberechtigung und damit die eigene Darseinsberechtigung erfährt. Ähnlich dem weiteren Verlauf des Films, bis zur Erklärung der Unentbehrlichkeit Rambos durch die sterbende Agentin, ist das Medium, die ursprüngliche Entbehrlichkeit in eine Unentbehrlichkeit zu transferieren, das gemeinsame Erleben an und um einander. Indem Rambo „tut was er kann“, also seine subjektiven Qualitäten entfaltet, erweist er sich seiner „Partnerin“ als unentbehrlich. Diese subjektiven Qualität Rambos liegen aber, wie auch schon im ersten Teil gezeigt wird, jenseits der gesellschaftlichrelevanten und gesellschaftlichaktzeptierten Kompetenzen. Sie können nur jenseits der Gesellschaft entfaltet werden, weil sie in ihrer Form die „normale“ Ordnung, die deren reibungsloses Funktionieren ermöglicht, stören. An die Stelle des Austritts Rambos, durch seine Rückzüge in Kloster & Tempel, tritt in der spätmodernen Gesellschaft der Rückzug ins Private, dessen scheinbare Stabilität dann aber wieder vom reibungslosen Funktionieren im öffentlichen Dasein abhängig ist und insofern das private Subjekt öffentlich seine Entbehrlichkeit ständig reproduziert.

#Moderne #Identität #Rambo #Entbehrlich



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