Archiv für August 2009

Und Irgendwann wird wieder Herbst…

In Grausam steckt das Grau schon drin, was das „sam“ da noch soll, verstehe ich nicht… Graue Häuser, weiße Häuser, bunte Häuser, rote Dächer und langsam wird es Brei, denke ich während die Zeit verrinnt. „Stopp“ schreie ich leise und es fängt zu regnen an.
Stehen bleiben… zu Tausenden pilgern sie an mir vorbei.

„Vorsicht an der Bahnsteigkante, die Türen schließen automatisch“

, spricht mechanisch die Stimme vom Band, wie am Fließband vorbei von Station zu Station bis zum Ende der Ringbahn. Doch wo ist das Ende eines Kreises. Blitz, Donner, Regenbogen und die Sonne bricht durch. Menschen wie Maschinen in mechanischen Würmern um die Stadt. Kurz nur schließe ich die Augen doch es vergehen Stunden, geändert hat sich nichts. Umgeben von Zombies. Viele leere Augen starren ins Nichts. Hinter Brillen und Büchern versteckt sich ihre Leere. Ich setze, mich verstecke mich… ein kurzer Gedanke bringt mich zum lächeln, worüber weiß ich nicht mehr, Sekunden später kommt es mir vor, wie Stunden her. Schnell der böse Blick, sonst merken die anderen noch, dass ich noch lebe. Das lachende Kind im Kinderwagen erträgt mensch, denn es weiß es noch nicht besser… Ich verrate es nicht, schweige weiter vor mich hin. Wieder hält alles, während sich nichts bewegt. Der eine ersetzt die andere und die andere steht starr. Draußen tropft nass der Tau an die Scheibe. Ich blase Gesichter an die zerkratzten Scheiben und so so sehr ich mich auch bemühe keines lacht. Ein Gegenüber fängt meinen Blick, ein kurzer Schreck, bevor ich mich befreie und geschlagen zu Boden blicke.

„Wer hier sitzt kann nicht verlieren, weil wir schon verloren haben“

, ermuntert mich die Hoffnung. Ich lasse es nicht darauf ankommen, wieso auch, am Boden blinken die Sterne. Als ich den Kopf endlich wieder hebe geht hinter dem Horizont die Sonne unter. Nur noch Augenblicke kitzeln ihre Strahlen meine Nase. Bunt schimmert nun der Himmel über den Häusern dieser grauen Stadt, bis sich alles in ein erdrückendes schwarz hüllt. Die letzten Lichter gehen an. Längst sind keine Kinder mehr da, ersetzt durch Flüchtlinge auf dem Weg in den Rausch, auf der Suche nach zu Hause. Ob sie es heute finde? Morgen? Vielleicht nie oder am Ende ihrer Reise? Alles beginnt zu wackeln. Monoton Ton für Ton rattert das Rad rastlos, ratlos dahin. Ich verträume meine Station, indem ich träume, dass das alles nur ein Traum ist und am Ende habe ich recht und steige aus… fange an zu lächeln und sage mir,

„Das ist das Ende!“

Endstation

Unstern nAcht

Hinter Folie sichtbar unsichtbar. Es schreibt von funkelnden Sternen umgeben. Sphärisch klingt das Dahinter. Wieder kein Rauch, nur Glitzer.

Ein leiser Beginn. Ein Telefon klingelt und es pfeift durch die folierten Zweiräume. Nebenbei ist heute in der anderen Ecke.

Scheiße mein Kopf, Magen leer und dann klingelt plötzlich ich, es, du.

Die Kette fällt wie Schlüssel zu Boden im Federklang, begleitet Besen im Kreis herum, wo zupft was kein Kuchen is(s)t. Autobahnane, Phallusparade, dazwischen bleibt nur zwischen da und nebendran. Der Bass vertickt die Zeit, sie verzieht sich schweigend, lässt ein Knistern zurück. Hinter der Schallfolienmauer klingt die Folie durch. Tütenaufschlag nebst Ventilatorenrascheln. Aufstieg des Abstiegs im Waldgrab aus altem Blattwerk.

Jetzt zünden die ersten Feuer doch die Rauchmaschinen an, begleitet von ersten Hustern und Glöckschen nebst Becken mit Bogen gezogen. Die Mundharmonika bläst sich auf den Mund. Fingertrampeln hinterher, werden abgehängt und durch Fingerzupfen ersetzt. Das Licht springt heran, erstrahlt das Jenseits der Folienwand, auch uns genannt. Erlischt wieder und lässt dunkel Es zurück. Federtanzgeräusche klingen durch den unüberwindlichen Wall aus Frische, Halt und Folie.

An meinem Hungerast wird nicht gesägt, auch wenn es fast so klingen mag…

Erleuchtung, Aufklärung

„Säg nicht an dem Ast auf dem du nagst!“

Ein handliches Bild vertreibt den Sternenflug von instrumentalen Spechten begleitet, vertrieben von der Schmiere, in gelb, blau, schwarz. Mit ihr kommt es zu Steigerung fast hin bis zum Wahn. Keine Beine stampfen… Drauf schlagen… einklatschen. Alles wieder im Takt?

Unscheinbar scheinbar unsichtbar durch die sichtbare Folie, durchdrungen Schritt für Schritt, unten durch oder oben drüber. Es schwingt einfach hindurch, lässt gar den Boden beben, mittlerweile guitarisiert zieht die Musikparade entlang der Mauer. Tiefer Atem begleitet das enden des Marschierens. Dann geht der Mann kaputt, findet den Notausgang nicht mehr, weil das Schild sich mit dem Schlagzeug schlägt. Wie kaputt kann man(n) eigentlich gehen? Egal, die Folie hält dem Ende stand, bis sie quietschend lücken aufzeigt, da ist der Mann allerdings schon kaputt… Es lebe die Mensch!

Herzschlagfinale mit leisem Klang und Abschiedszeilen voller Tiefe… In Wirklichkeit sind wir eben doch alle immer nur auf dem Weg nach Paris und ein paar kommen an und die anderen woanders.

Kleine Phänomenologie der Sonnenbrille

Die Sonnenbrille enthaelt.

Sie ent-hellt – das Dingphänomen.

Sie enthält – einen vom unausprechlichen Gehalt der Wahrnehmung. (Wittgensteins Schweigen)

Sie enthält – vom Blick hinter die Tatsache.

Sie enthält – vom zuhandenen In-der-Welt-Sein.

Sie enhtält – das nicht in der Welt enthaltene In-der-Welt-Sein des Daseins.

Sie enhält – vom Blick des Anderen.

Sie enthält – den eigenen Blick des Anderen.

Sie enthält – die Ausblendung des Lichts.

Sie selbst enthält Nichts – nur Glas und Plastik.

Am VII. Tag erschuf Es Unstern

Beine hochlegen, Ohren spitzen. Spät fängt alles Gute an, so auch Heute. Wartend pocht das Knie auf den Kisten. In den letzten Reihen die Projekte oder was man dafür hält.

Unstern trifft Ungeduld!

In der Spannung spannt sich der Bogen bevor er den Bass trifft. Und schon geht es los… Die ersten Zeilen klingen auf der Schreibmaschine, der Text bleibt vorerst „STRENG GEHEIM“. Als sie verstummt dreht das Rad sich weiter. Ein Glücksrad der Vielfalt, vielfältigst begleitet. Wer wohl den Hauptgewinn bekommt? Die Instrumente ziehen ihr Los, ziehen los. Der Jackpot lässt sich nicht rauchen. Der Trostpreis tröstet darüber hinweg, den er klingt rauchfrei gleich viel schöner. Dazu ein Pfeifen. Klingelt es dort oder knarrt die Tür ohne Klingel. Aus dem imaginierten Kleiderschrank klingt die Stimmer herüber. Verze(h/r)rt sich während das Schlagzeug verstofft. Die Gitarre schlägt an, verzückt daneben und etwas bassiert.

Die Stimme will tanzen, aber heute ist kein Abend für Tanz, eher ein Schleifen, einfach nur so hin. Drauf gepfiffen, weiter geht´s und es kracht. Heute wirds Dolby Surround, durch den Flur schreitet das „Saxophon“ heran und trifft sich akkustisch mit der Mundharmonika. Jenes röhrt, dieses klingt. Und dazu ein paar Zeilen aus Engelskehle. Wer begleitet hier eigentlich wen?

Akkustisches Barfuss auf einer Reise, wo es kein Verlauf(en) gibt. Jeder Weg klingt richtig, wenn auch schräg erst zu gerade werden muss. Es nimmt sich seine Zeit. Sternenregen fliegt vorbei im Eilflug eines Momentes, in dem die Kette fällt. Die Sterne vergehen im Nachschwingen der Saiten und der Spieluhr, die überleitet, die Pause überbrückt. Ein Brückenschlag nach Paris, wo sie mit der Stimme durch fast leere Klangstraßen dahin rollt, rauf auf einen gefüllten Platz aus Ton, Tönen und wieder davon. Hin zu einem Bahnhof für Geräuschzüge. Davor schlägt das Schlagzeug den Busbahnhof.

Motor starten, dann wird es vielleicht doch noch ein Tanz. Der Bass applaudiert und das „Saxophon“ pfeift Unstern hinterher, der verschwand, wahrscheinlich zum Tanz, doch wieder erscheint als der Tanz noch klang. Steigerung, Aufstieg, Überholen. Eine Bremsspur hinterlassen. Sie klingt noch nach auf der Raststätte der Ventilatoren. Auf der Toilette wird hier gesprochen. Diese Stimmen müssen übertönt werden, werden es, bis es schnalzt. Ein Schnalzen des Triumphs über die Stimmen die nun lauschen was unter dem Laub stattfindet. Auf der Suche nach Ur-Laub wird sich hier Urlaub erlaubt. Und er klingt durch es hindurch. Hin zum wiedererscheinden des Sternenschauers. Als alles verschwindet bleibt nur ein wunderschöner Hauch von Staub übrig.

Skateistan

Vor Jahren durften Mädchen nicht einmal in die Schule, heute schon Skateboard fahren… dafür hat es sich doch gelohnt!

Unstern wird sechs

Vor der Tür fliegt alles, was fliegen kann, einem Familienstreit zum Opfer, vor allem die Familie

Brodeln, Flammen aus den Fußbodenspalten. Ein flammendes Herz und das Knattern der Neuronen. Der Klangkörper erwacht aufs Neue. Abendstund hat Morgen im Mund. Montag Abend, Montag Morgen, ach wäre doch immer Montag, wenn es geht auch ohne Gold.

Die ersten Worte nach Hinsetzen sind die schwersten, doch mit ihnen kommt alles in Bewegung. Der akkustisch Kaffee kratzt und quietscht, kommt hörbar im Magen an. Verdauungstrakt verdaut den Takt. Das Schlagzeug schüttet das Müsli aus und is(s)t die Schüsseln. Der Eisenmangel verklingt als der Phallus ins Spiel kommt, vom Auto überfahren… Ohne beides spielt sich gleich viel lauter, dynamischer, aufschäumender. Die Fliege im Mund summt heran. Man lässt sie klingen, sich vom Klang fliegen. Stille!

Wo ist sie hin? Hat sie sich verflogen? Vom Zuhause in den Club… Unbegreiflich verloren, nur ein Stift der uns hält, in diesem Wahnsinn der dröhnenden Stimmen im Kopf. Ein Lügenkartenhaus Stück für Stück dekonstruiert. Es spielt sich anders ab, die Musik der Instrumente und hinter den Schädeln. Wieder setzend beruhigt sich der Klangkörper. Langsam fügt sich, Ton für Ton ineinander. Ruhig nur nicht über stürzen.

Der Morgen danach ist anders als der morgen davor, irgendwas ist schwerer geworden. Die unerträgliche Schwere der Leichtigkeit, der atomisiert individualisierten Kettenreaktion nochmal entkommen zu sein. Die Enge ist der Schönheit des Leids gewichen, welche sich nun gesungen ausbreitet.

Ein Traum von Brandung und Meeresrauschen wird durch Jamba vertrieben. Keiner geht ran, zu schön der Traum, doch es hört nicht auf, dringt ein. Spricht im Traum, träumt im Sprechen. Hinterlässt traumatische Spuren und Rückkoppelungen. Ausgeträumt? Ein hauchendes Zwinkern, Vibration der kratzigen Li(e)der.

Straßenlärm dring ein und holt das Klimpern der falschen Münzen heraus. Straßenbahnen schieben sich durch den Raum, von hier nach Barcelona, durch es hindurch. Mit der Nase an der Scheibe und den Ohren im Gepäck. Ein transmusikalischer Express ohne sibirische Kälte mit Endstation im Irgendwo. Zwischen Menschen und ihren rauschenden Gesprächen.

Betrachtung einer ehemaligen Arbeiterameise

Der Arbeit den Rücken gekehrt bis er blitzeblank sauber war, doch dieser Fluch lässt sich nicht bekehren und so verkehrt sich jeder Tag in ein helle Nacht, wobei Nachts die Fliegen um das Licht kreisen. Wir flügellosen Ameisen schreiten unsere Pfade ab unabhängig von Licht und Schatten. Kleine, sechsbeinige Zombies auf ihrem Weg, wohl eher einem Weg. Als ich glücklich vom Pfad abkam, begann ich zu durchschauen was offensichtlich war, alle anderen Schwestern offensichtlich von Blindheit gesegnet, opferten ihr Leben diesem Leben, dass doch so leblos bleibt. Kein Tanz unter ihren Füssen, kein Freudenglitzern in ihren Facettenaugen, wo doch jede Facette ein Regenbogen bleiben könnte. Dem Nachzuweinen spar ich mir, auf der Flucht bleibt kein Zeit für Tränen und ob Ameisen überhaupt weinen können habe ich im Ameisenbiounterricht glücklicherweise nie gelernt. Nur umso mehr nun hinter mir liegt, begreife ich, dass es für mich das hinter mir nicht mehr geben kann. Einst sangen Menschen: „Wir sind Raus und wir sind stolz darauf!“. Da hatten sie Recht, aber Recht haben, hat noch kein Unrecht aus der Welt getrieben und so treiben es alle eben einfach weiter. Sie ist ja Normal die Abnormalität. Als das Überleben überwunden wurde, war damit wohl auch schon das Leben überwunden, was blieb war das Warten und sie warten immernoch. Mir ist das nicht genug, solange ich laufen kann, will ich auch tanzen können…

V. Unstern

Rauch tänzeld durch den Schein des Beamers. Luftige Mehrdimensionalität. Noch bevor die Musik ihre Stimme erhebt ist der Raum erfüllt. Der Tisch steht still unter der Kerze während es wartet zu beginnen…

Glockenschlag zur Eröffnung von schweren Schritten und tiefem Gebläse begleitet. Ein Hauch Fabrik streift durch das Ä. Eine Anklage an die Technizität durch den auditiven Staatsanwalt, auf allen Tönen vorgetragen. Der Angeklagte leistet klirrenden Widerstand. Alles wird gegen alle verwendet. Kreuzverhör! Der Klangzeugen gestehen einer nach dem anderen, gemeinsam, durcheinander bis zur Auflösung der Schuldfrage…

Die Sitzung wird unterbrochen und die Pause zergeht sich in Schwingung und Gleiten. Bild für Bild werden nach der Unterbrechung die Beweise GESICHTet. Alles ist offensichtlich in seiner Unerkennbarkeit, bis ins Unkenntlichste deutlich.

Die Geschworenen ziehen sich zur akkustischen Beratung zurück. Im leisen Kämmerlein flüstern sie ihre Plädoyes. Das Saxophon führt das Gespräch, wägt alles ab, während die anderen Instrumente zustimmend nicken. Das ein oder andere Geräusch erlaubt sich ein Nickerschen. Die Spieluhr steht auf 5 vor 12 oder 12 vor 5?

Im Fernsehen Nachrichten aus Paris… Punkt und Strich sind aus dem Gefängnis geflohen. Geräuschvoll auf der Flucht tanzen beide der Freiheit entgegen. Kaum endet alles mit dem Wetter erheben sich die Instrumente zum Diskurs. Verstörte Empörung verwandelt sich in melodischen Beifall. Schlagzeug und Saxophon sind sich einig, vielleicht selber Punkt und Strich.

Die Stimme der Befreiflung kommt dagegen nicht an und stimmt mit ein, Einstimmigkeit. Gemeinsam gelingt der Ausbruch, die Verflüchtigung durch den akkustisch untermauerten Notausgang. Ein bisschen sägen, ein bisschen feilen. Im Dahinter die Sirene die zur stillen Verfolgung aufruft. Sie kommt zu spät, den hinter der Grenze wartet schon die Mundharmonika um ihre nun freien Klangschwestern in Empfang zu nehmen. Ein Lied gefangener Freiheit jenseits des Diesseits schallt herüber, in einer wundervollen Melancholie sondersgleichen, über das gestern, das heute oder immer.

Nach der traurigen Retrospektive wird die Erleichterung hörbar. Dieses fantastische Dadrüben lockt einsam ihnen zu folgen. Ein paar Wenige wagen zaghaft den Blick auf dieses „KlUtopia, der Töne“. Dadurch ermutigt wird die stille Flucht vorbereitet. Es gelingt und wird hüben zum Freudentanz, dass das drübe hier nicht mehr zu fürchten braucht. Gemeinsam in der Ferne verstummen die Befreiten…



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