Archiv für Juli 2009

Unstern Revue Nr.4

Es beginnt, beginnt laut, ist laut. Gebrochen, verzerrt, aufbäumend. Abgelegt, wird der Strand hinter sich gelassen. Die Ruhe betrügt, wird betrogen und wieder eingeholt. Es ist ein Her und Hin zwischen leiseyang und lautying. Das Me(e/h)r verwandelt sich zu einem quarkenden Mo(o)r(e).

Der Steg knarrt als die Instrumente das unsin(k/g)bare Schiff als letzte verlassen. Rasselnde Ketten und ein Klirren, oder zwei. Diese musikalische Moorwanderung braucht keine Soldaten und keine Spaten. Die Stimme bahnt sich ihren Weg durch die Geräuschkulisse.

Der Himmel wird dunkelblau, und das Licht zittert und flackert vor einer Oase. Denn kein Mo(o)r(e) ist ewig. Die Tonsterne funkeln klingelnd. Das Mo(o)r(e) noch in der Ferne hörbar, zieht die Ruhe sich wieder an. Erweckt von ausserirdischen Stimmen aus England oder woanders her. Ihr Ufo über der Prärie geparkt und dort verharrend. Aus der Ferne der Ruf der Mundharmonika des Westens, welcher das Ausserirdische zum Singen bringt. Unter Wasser über der Prärie werden eins im Gesang des trockenen Meerjungmanns vom Unstern. Das Raumschiff verharrt in seiner akkustischen Schwebe nachdem der Gesang verstummt.

Regungslos, Bewegungslos und doch nicht still. Die Ruhe vor dem Start oder der Countdown vor dem Sturz? In die Wolken? Die Maschine schlägt sich voran mit einem Abschiedsgedicht gen irgendwo. Vielleicht vor oder einmal durch die Zukunft zurück… Es entschwindet, hinterlässt ein paar Spuren und ist weg!

Unstern Revue Nr.3

Montag. Müde. Mate. Wieder im Ä… Spannung und Entspannung. Es kribbelt am Kopf, während die Augen ringen. Gleich wird es losgehen.

Das Herz der Finsternis schlägt tief im Jungel der Klänge. Die Instrumente verwandeln sich in geheimnisvolle Wesen. Pfeifend, kreischend, kratzend nehmen sie sich diesen Freiraum des musikalischen Urwalds in Mitten der Urbanität. Ästhetik jenseits der Vernunft oder diese mit einer gesunden Prise Wahnsinn. Bis an die Grenzen und ein bisschen weiter. Aus laut wir leise und daraus erwachsen wieder Geräuschtiere. Klangameisen, Quietschvögel und Brummelefanten teilen sich ihren Lebensraum mit der Erzählerstimme aus dem Off, das mittendrin sitzt.

Aufruhr! Die Technik bahnt sich ihren Weg mit musikalischen Kettensägen. Danach kommt der „Biobau“. Aus Urwald ein Garten. Das Getier weicht der Kolonie und ihrer stillen Ruhe und Ordnung. Die Wenigen die noch bleiben, landen im Kochtopf.

Dann kommt der Krieg und zieht vorbei und zurück bleibt ein Wimmern und sterben, begleitet von einem Totenlied auf Mundharmonika. Ein letztes Röcheln und Quietschen bevor es zum Abschiedslied ausholt. Aus den Trümmern klingen die letzten Überlebenden, vereint in ihrem überleben. Die Töne sammeln die Reste ein, bevor die Stille einbricht…

Schön war es!

Unstern Nr. III

Bilder eines Semesters

Liniert I

Liniert II

Specht BlumenBaumFragment

Gesichtsmuster Gesichtszellen

Automatenmenschen

Veranstaltungshinweis: Unstern Revue, jeden Montag (Juli/August) im Ä

Hier ist alles Musikinstrument und die Musikinstrumente sprechen ihre
eigene Fluestersprache. Die freie Improvisation versteckt den Takt,
biegsame Zeiträume enstehen, die Stimme sprengt das akustische Bild,
vollendet es. Wieder tauchen neue Geräusche auf, andere verändern sich,
wieder andere beginnen im Spotlight zu schweigen. Eine neue musikalische
Grammatik entledigt sich der Songkorsette und spielt verspielt mit sich
selbst. Der Zuschauer, vom Zwang des Sprechens befreit, kann einfach mal
Unstern Revue passieren lassen.

free impro noise poetry with hans unstern & friends
(july/august 2009 every monday at Ä, neukoelln,
start 9 pm, no cover)



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