Archiv für Mai 2009

Absterbende Auswürfe

Wenn Schwere im Spiegel des eigenen Daseins liegt, ist das Wissen um den Niedergang der Lebensform gekommen. Dieser Ankunft vorausgehend ist ein Gefühl der Falschheit, welche jedoch durch den Hochmut der alteingeschworenen Lebensformverfechter ausgeklammert wird. Die Ausleuchtung dieser Klammer führt nur zum Nichts, zur tiefschwarzen Leere, zur Erkenntnis, dass es „kein richtiges Leben im falschen gibt.“ (Adorno)
Welche Konsequenz lässt sich daraus ziehen? Keine! Nur die Erkenntnis, dass die theoretische Begründung einer Lebensform nicht möglich ist, da das Er-Leben kontigent auf den Modalitäten der Notwendigkeit und Zufälligkeit sitzt. Das Elebnis, im Sinne eines Gelebtwerdens ist weder zufällig noch notwendig, weil es geschichtlich ist. Jeder, welcher einer historische Entwicklung als genuin notwendig oder zufällig analysieren will, muss scheitern, weil er weder der Gewordenheit (im Falle des Zufallsverfechters) noch der Alternativität der Möglichkeiten menschlichen Erlebens gerecht wird. Das Wissen um die Modalität einzelner Ereignisse hat noch nicht die Modalität des Ereignisraumes bestimmt, solange es sich bei diesem um einen historischen Raum handelt. (Anm.: 1. Das Modalitätsproblem im Wissen um einzelne Ereignisse ist ein epistemologisches, das des Ereignisraums ein ontologisches. 2. Im Gerichtetsein auf Einzelereignisse klammert der Mensch in den meisten Fällen die Bedingung der Gerichtetheit, welche den subjekiven Ereignisraum bestimmt, aus) Ob die Historizität auch für naturwissenschaftliche Räume gilt, ist eine zu untersuchende Aufgabe, welche nur im Rahmen einer Analyse der Lebenswelt sattfinden kann.
Aufgrund der Kontingenz des Er-Lebens der Erlebnisse kann die theoretische Begründung der Lebensform deren Existenz weder rational einholen noch ganzheitlich erfassen. Ein Grund dafür ist die historische Existenz der begründenden Subjekte in der zu begründenden Lebensform, welche auf ihre Überholtheit hindeutet , wenn sie es bereits nötig hat sich begründen zu müssen. (Anm.: Überholtheit bedeutet hier neben dem normalen Wortgebrauch auch die rationale Ein- und Überholung der Lebensform, welche diese, indem sie sie verstanden hat, dialektisch aufhebt) Das Erkennen der Überholtheit ist jedoch nur aus der spezifischen Form des Lebens zu begreifen, weshalb diese zu einem Nichts führt. Wieso kann dieses Nichts (welches Angst hervorrufen würde) nie in absoluter Präsenz auftreten? Weil es allenfalls durch das Ergreifen einer alternativen, möglicherweise überlebesfähigeren Form appräsentiert wird.
Wenn eine ganze Gesellschaft in der Geschichte ihre eigene(n) Lebensweise(n) nicht mehr rechtfertigen kann und/oder das Nichts ahnt, so lässt sie durch die enstehende Angst die Möglichkeit einer radikaleren, allumfassenderen Form der Lebensorganisation als ergreifenswert erscheinen. Ein solcher Fall mag Ende der Weimarer Republik eingetreten sein, wobei diese Erklärung keine Notwendigkeit haben darf, wenn sie ansatzweise erfassen will, was geschichtlich passiert sein könnte, ohne dieses Ereignis zum Gegenstand einer „wiggish history“ zu erheben. Was die eigene, unsere aktuelle Geschichte im Allgemeinen, im Besonderen aber zuvorderst die Lebensform im akademisch-universitären Mileu betrifft, bildet die Hochschule einen besonders parasitären Nährboden für anachronistische Lebenswelterschaffung. Eine Verfechtung des aufklärerischen Bildungsideals als Sich-Selbst-Bilden im Sinne einer individuellen Entfaltung ist aus zweierlei Gründen unmöglich. Zum einen kann Individualität in einer kapitalistischen Gesellschaft nur durch Kombination vorgefertigter Musterteile (seien dies nun Schumaterialien oder Lebensentwürfe) zu einer „eigenen“ Identität die Rede sein, welche ihren Sinn im Moment der Konstiution bereits nicht mehr sichern kann und somit der Neubeschreibung mit all ihren postmodernen Gefahren ausgesetzt ist. (Anm.: Mit der Fassung der Geschichtlichkeit der menschlichen Lebensformen als einem „Zwischen“ im Bezug auf die Modalitäten ist es möglich, die Indivivualität des Er-Lebens qualitativ zu bestimmen, obwohl dies in der kapitalistischen Ökonomie oft nur quantitativ gefasst wird) Zum anderen ist der aufklärerische Bildungsbegriff eine rationale Basis für die Konstruktion einer Lebensform, die sich aufgrund dieser Basis selbst schon wieder überwinden muss, um das Nichts, welches durch die theoretische Begründung erscheint, ausklammern zu können.
Gefährlich wird dieser Schritt nur, wenn alteingesessene Verfechter oder deren Jümger beginnen, aktuelle Entwicklungen mit Instrumenten dieser artifiziellen Lebensform (oder deren Basis des Bildungsideals) zu erklären, was dem Anfang einer décadenten Bewegung gleicht. Deshalb kann nur ein Plädoyer durch unsere Zeit und die Hallen unserer Bildungsstätten schallen:

„Tot ist die Selbstbildung!
Tot ist die Entfaltung!
Tot ist die Idealität des Wissens!
Wir sind nur die absterbenden Auswürfe des Humanismus!“

Wer dieses Plädoyer begreift, der weiß, was es zu überwinden gilt!

SFK

Dreck

Wenn der Dreck an dir gespürt wird, dann weißt du, dass ein Teil deiner Wahrnehmung des Drecks nicht adäquat die Realität abbildet. Denn der Dreck ist in diesem Falle nicht nur äußere Natur, nein, er ist womöglich aus tieferliegenden Schichten deines eigenen Daseins hervorgekrochen.
Wie findest du das heraus? Durch Wasser. Waschen. Abermaliges Waschen.
Dein Versuch, bis in die tiefsten Poren hervorzudringen, allen Dreck unter deinen Nägeln, an den Füßen, oberhalb deiner Finger, an die Schultern angrenzend, zwischen den Brüsten anhaftend, abzuwaschen. Aber du fühlst, dass selbst nach über zehnstelligem Mal des Reibens des Körpers der Schmutz nicht abzugehen scheint, weshalb du anfangst zu überlegen, woher das Drecksgefühl überhaupt kommt.
Und du erkennst, das es nicht am rauhen Schmutz der Außenwelt liegt, sondern dieser nur eine Repräsentation einer Entität zu sein scheint, welcher du nicht mehr auf körperlicher Ebene nachgehen kannst. Trotzdem ist dir klar, dass der Körper die Bedingung der Möglichkeit des Denkens über den Dreck ist (eine Art Urteilsform).
Dann spürst und erkennst du das Unvermögen, die reine Schuld, welche du trägst, von deinem Körper abbürsten zu können, obwohl das körperliche Gefühl des Abbürstens eine Bedingung für das denkende Erkennen der unkörperlich-überkörperlichen Sünde ist.
Dies ist nach dieser Gedankenfolge auch wiederum ein Implikat dafür, dass der Körper selbst in seiner Tätigkeit dazu fähig ist (im Subjekt) über die Grenzen der eigenen Körperlichkeit transzendental hinauszugehen.

Die Hochzeit der Ameisen

Männliche Ameise in der Schwarmzeit

Mal wieder ein Abend im Tristeza

Gedanken zu Wittgenstein

Was wäre wenn denken, nur ein interner, leiser Monolog wäre oder nur das Aufschreiben dieser Gedanken selbst. Kein Geist, sondern meine Hände wären dann Akteur dieses Denkens und die Zeichen der lebendige Gedanke selbst, der „stirbt“ während ich ihn aufschreibe. Weiterdenken wäre dann weiterschreiben. Jeder aktuelle Wort dann die Reanimation des gesamten Gedankens, da jedes Wort und jeder Satz seinen Sinn nur im Kontext des gesamten Textes erhält. Intuitives Schreiben wäre dann unvermittelt. Keine Modifizierung durch die „Mindtime“ (~ 500 ms). Reizreaktion oder endogen verursachte neuronale Aktivität? Möglich sind beide Optionen und am Ende entscheidet die Münze oder die Hand, die sich festlegt um den Widerspruch aufzulösen, Demgemäß könnte lesen selbst schon denken sein; als stilles Vorlesen… Warum also sich weiter Gedanken um das Denken machen und nicht einfach sprechen, laut oder leise, schreiben, blau oder schwarz, vielleicht auch einfach ein Bild malen Naja, ich lese „das blaue Buch“ erstmal weiter…


Labyrinth II

Wer kann das Rätsel lösen?

Was el zu Ich,Du & die Anderen meint…

Gerade flog eine Bild, welches sich an einer gemeinsamen Diskussion orientiert, in meinen elektrischen Briefkasten und ich möchte das den Bloglesern nicht vorenthalten. Der Künstler dieses Werks, el, sei Dank:

Vielen Dank el und ich hoffe diese Diskussion weiterführen zu können.

Ameisensommerwochenende

„Arbeiterameise lauf, lauf, schneller laufen! Kämpferameise kämpfe, kämpfe, kämpfen bis zum Sieg.“

Ich lauf davon und kämpfe mich durch die Welt. Der Himmel ist zu blau, um sich weiter im Ameisenhügel zu verstecken. Schnell die Fühler in den Schnee, in den Mund, kurz abgeleckt. Schon geht es besser. Die sechs Beine in die Hand nehmen und „Lebe wohl“. Nie wieder Arbeitsteilung, nie wieder Arbeit, nie wieder Krieg. Für uns Ameisen ist die Welt riesig groß, weswegen es noch viel zu entdecken gibt. Gerade aus, einmal links, einmal rechts und das ganze Spiel nochmal. Minuten bin ich schon unterwegs, der Ameisenhügel längst nicht mehr sichtbar, unsichtbar weit weg. Aus den Augen aus dem Sinn. Zum Glück haben wir Ameisen so viele Augen und so viele Sinne. Die Erinnerung verblasst, in meinem Höhenflug gibt es keinen Platz für gestern und selbst morgen ist schier unendlich weit weg. Laufen muss ich und kämpfen. Gegen Raupen, Spinnen, Käfer und das andere stumpfsinnige Getier. Zurück bleiben ihre Kadaver, verwesen, stinken und verschwinden. Eine Ameise auf Speed ist unbesiegbar. Kurz in einer Bar vorbei geschaut. Raus aus der Straße, rein in die Ruinen, zwischen all den Menschen, fällt man als Ameise nicht auf. Laut wummert der Bass und ich schwenke die Fühler im Takt. Beats, Beats, Beats… immer schneller werden. An der Bar noch schnell am Glas geleckt, auf die Schultern eines Menschen, der mich trägt, bis ich falle in die Tiefen, in das Loch. Wird es gerade dunkel oder doch schon wieder hell? Aufgerafft! Nur nicht liegen bleiben! Die Straße ist kein Ort zum Sterben! Ein feines Schneegestöber, schon geht es weiter, immer weiter, immer. Ich bestaune die Luxuswohnungen in den Fassaden, draußen vor den Menschenbauten. Zwischen all den Steinen sich verkriechen? Jetzt also doch? Nein, keine Pause für Ameisen. Rastlos rasen wir weiter, in einem Strudel, leider nicht aus Apfel. Zucker wäre jetzt schön, aber Essen ist sowieso überbewertet. Ein Mensch weint oder ist es am Ende doch nur der Regen, ganz egal, ich weiche aus. Weiche ab. Weiche zurück. Nur nie treffen lassen, trocken bleiben, bis zum Winter. Dort trüben an der Bordsteinkante, eine Grille und sie singt, ich bleibe stehen und singe mit…

Bunt, friedlich, weltoffene Ameise

Beats

Experiment:

Was passiert, wenn man ganz schnell hintereinandern „beats“ sagt?

Ergebnis:

Steinfragment

Ringe, welche blasenartig am soliden Stein kleben, wahrgenommen als Keimzellen einer jeden Fruchtbarkeit im wirren Strudel der Himmelskörper, welche sich achsenförmig im Raum als Anschauung der Intensität ausbreiten.

Ausbreitung erfolgt durch Energien, welche wellenförmig sich nur erfassen lassen, wenn man den anhaftenden Stein unabhängig von aller Räumlichkeit oder Lokalisation im Raum betrachtet.

Betrachtungen, welche unbewusste Strukturen innerer Zerwüstung der subjektiven Identitätserfassung nicht freizulegen vermögen, weil sie am Begriff des Unbewussten in identitärer Weise festhalten.

Festhaltungen, welche durch Konvention einer sprachlichen Kultur der kulturellen Sprache nicht über die Idee der Kritik, Verteidigung, kritischen Verteidigung, verteidigenden Neuschaffung oder der neuschaffenden Widerlegung hinauskommen, ohne selbst wieder der Konvention zu verhaften.

Verhaftung an den Ringen des verhafteten Nirgendwo in der Zeit, welche Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart in der Gleichzeitigkeit der gewesenen Zukunftspräsenz als Gefangene genommen haben wird.

Werden, als ewig wiederkehrende Fortschreitigung in die einzige Widersprüchlichkeit, den Begriff als Ausgangspunkt der Abgrenzung genommnen zu haben.

Haben, der Besitz der Fähigkeit, ETWAS zu besitzen als ETWAS, welches die Bedingung der Möglichkeit für ETWASHEIT in der Wahrnehmung zugleich konstituiert und nötig hat.

Not, welche aus der Existenz des weltgeworfenen Ichs der Vielzahl Angst vor Veränderung hin zu einem Nichts macht, welches selbst die Ursache der Angst war, als solche jedoch nicht im Sinn einer Einzigartigkeit des Menschen gerechtfertigt werden kann.

Rechtfertigung, die niemals dem Recht gerecht werden kann ohne soviel Unnützigkeit durch Annahmen zu machen, die selber nicht mehr als Argumente vor irgendeinem Sehen des Anderen bestehen können.

Bestand können, als Statik der Idee unbeständig, da die Statik nur selbst aufrechterhalten werden kann, indem sie sich verändert, um gegen die Veränderung der frappierenden Chaosrealität als Statik ausgewiesen zu sein.

Sein, als unbeständige Beständigkeit im sich selbst nicht als originär konstituierenden Subjekt festgehalten, welches in den Ringen der zu betrachtenden Ausbreitung verhaftet bleibt, weil es im Werden des Besitzes die Not der Rechtfertigung nicht als Beständiges zu einem STEIN meißeln kann!

Labyrinth

Labyrinth

Zuwachs…

Seit heute hat dieser Blog zwei neue Autoren (Ameise auf Speed & Surrealistischer Folterknecht) mehr, die hiermit herzlichst begrüßt seien. Somit wird dieser Blog endlich aus seinem narzißtischen Selbstbewixe befreit und dafür gesorgt, dass hier nicht alles so einseitig bleibt.

Über weiter Autoren würden wir uns natürlich weiterhin sehr freuen.



kostenloser Counter
Poker Blog